Jetzt ist es also soweit, der Fado hat mich.
M. wird am Samstag Fado singen, willst du mitkommen? Ja wie, klar gerne, wo denn. In einer tasca, dem Boneko in der nähe vom pálacio.
Gut, wir kommen hin, es ist noch nicht viel los in der kleinen Bar. Wir bestellen was zu essen und Wein (lala. tosta com queijo, sopa de legumes oder caldo verde wenn man die chouriço rausfischt). M. kommt, es ist das erste mal, dass sie singen wird, sie ist nervös. Familiäre Stimmung, sie fangen an zu singen, meistens zwei Lieder pro Person, manche besser manchen weniger gut, fast alle sind keine Profis, singen weils ihnen Spass macht. M. singt dann nur ein Lied, sie ist zu leise, aber ich finde sie gut. Ach drauf geschissen, ich kanns sowieso nicht richtig beschreiben, ich finds gut dort. Ich versteh sogar manchmal ein bisschen was, (nicht die Scherze zwischen den SängerInnen, leider)
zum Beispiel das hier:
Eu olhei tu olhaste (ich schaute du schautest
eu gostei e tu gostaste (ich mochte und du mochtest (was sie da sahen, nehme ich mal an))
mehr kann ich über unsere liebe nicht sagen
was die Leute reden ist egal
wenn sie reden, haben sie recht
weil dieser kuss/diese leidenschaft (?) immer einen wert haben wird.
Hat mir irgendwie gefallen, gestern.
Oder auch einer von den Texten die M. mit hatte: (weil so arg dramatisch)
Se eu soubesse que morrendo
Tu me havias de chorar
Por uma lágrima tua
Que alegria me deixaria matar
Wenn ich wüsste, dass wenn ich sterbe
du weinen müsstest
Für eine Träne von dir
Mit was für eine Freude würde ich mich töten lassen.
(oder so)


